Donnerstag, 27. Juli 2017

Buchrezension "Die dunklen Wächter - Sanfter Mond"

Autorin: Rachel Hawthorne
Genre: Roman
Verlag: Goldmann Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 256
Kosten: 8,99€

Inhalt:
Er ist es, meine große Liebe, mein Seelenverwandter - mein Schicksal...
Beim nächsten Vollmond wird sich Lindsey zum Werwolf verwandeln, ihr Schicksal scheint besiegelt. Sogar ihr Partner fürs Leben steht bereits fest: Connor, der von ihren Eltern, den mächtigsten Mitgliedern des Werwolfclans der dunklen Wächter, dazu bestimmt wurde. Aber damit will Lindsey sich nicht zufrieden geben. Sie mag Connor, doch jedes Mal, wenn sie Rafe sieht, erwachen in ihr Gefühle, die sie für Connor nie hatte. Wird sie ihr Schicksal herausfordern können?

Meine Meinung:
Ich habe tatsächlich erst im Nachhinein erfahren, dass dies der zweite Teil einer Trilogie ist. Ich bin aber sehr angenehm überrascht, dass man diesen hier auch einfach so lesen kann. Wenn Informationen vonnöten sind, werden sie von Lindsey auch gegeben. Die Geschichte wird aus ihrer Perspektive erzählt.
Lindsey ist meiner Meinung nach zu zweifelhaft. Ich mochte sie, das auf jeden Fall, aber sie macht sich selbst durch ihre ständigen Zweifel einfach zu viel Stress. Zumindest, was persönliche Dinge angeht. Bei anderen Sachen sind die Zweifel angebracht und ihr Werwolfinstinkt scheint immer weiter aus ihr zu sprechen.
Connor ist so eine Mischung aus mag ich und mag ich nicht, es gibt gewisse Punkte an ihm, die mich stören, aber andere, die ich wieder gut heißen muss. Wobei er das genaue Gegenteil zu Rafe bildet, der eher der Drauf- und Einzelgänger ist mit einer schweren Vergangenheit, während Connor alles in die Hände zu fallen scheint. Rafe ist irgendwie sehr typisch gestaltet. Eben der, der immer richtig cool rüber kommt, alles lieber alleine macht und als Bad Boy mysteriös wirkt. Dadurch, dass beide so gegenteilig beschrieben sind, wirkt es wieder wie eine typische Auseinandersetzung zwischen dem Schnösel, den die Eltern natürlich besser finden, und dem Bad Boy, vor dem die Eltern immer gewarnt haben.
Die Eltern von Lindsey fand ich zunächst sehr anstrengend und furchtbar, am Ende musste ich mich aber doch von ihnen überraschen lassen.
Die anderen Charaktere sind mir auch alle ans Herz gewachsen. Vor allem der Einsatz füreinander hat mich berührt, auch wenn es unter Wölfen normal ist.
Die Story an sich war mir irgendwie zu kurz. Ich hatte das Gefühl, die Handlung passiert nur nebenbei, die Emotionen von Lindsey und das Hin und Her stehen im Vordergrund. Dabei finde ich, dass beide Stränge gut parallel laufen sollten, ohne dass eines überwiegt. Es geht schließlich eigentlich um die Erhaltung des Wolfclans, was eine große Rolle spielt. Aber stattdessen ist der Streit um Lindsey ganz vorne. Das hat mich dann schon etwas gestört, weil der "Krieg" einfach nur beiläufig geschieht.
Das Ende war dann fast schon irgendwie so, wie man es erwartet hatte. Und meiner Meinung nach auch nicht ganz so einführend bzw. weiterleitend, wie man denken würde, wenn man weiß, dass es noch eine Fortsetzung gibt.

Mein Tipp:
Jaein. Ich finde Geschichten über Werwölfe meistens eh sehr interessant, deswegen ein klares Ja von mir. Meistens liest man von Werwölfen UND Vampiren oder nur eben diesen, aber ich habe selten ein Buch in der Hand, das nur von Werwölfen handelt. Oder ich habe bisher noch nicht genug recherchiert, kann auch sein.
Andersherum finde ich es irgendwie schon zu typisch, dass sie sich zwischen zwei Menschen entscheiden muss, die das genaue Gegenteil voneinander sind. Und dass sie sich aus den falschen Gründen an einen der beiden bindet. Und dass ein Krieg bevorsteht, der einfach zu stark aus den Augen verloren wird. Ja, die Entscheidung ist wichtig für Lindsey, dennoch steht das Überleben auf dem Spiel.
Einen Fehler macht man meiner Meinung nach dennoch nicht, wenn man mehr über Werwölfe lesen möchte und ein kleiner Spritzer Romantik auch vorhanden sein darf.

Donnerstag, 20. Juli 2017

Buchrezension "Die Dämonen der Nacht"

Autorin: Catherine Webb
Genre: Roman
Verlag: EditionNova
Format: Taschenbuch
Seiten: 320
Kosten: 15,66€ (Originalausgabe, meine habe ich nirgends gefunden und irgendwann einmal als Mängelexemplar gekauft)
Originaltitel: Mirror Wakes
Originalsprache: Englisch

Inhalt:
Der Magier Laenan Milan herrscht über das winzige Land Sturmkap und wird von Lisana, der Königin von Haven und Herrscherin über das Land der Träumer, zum Leiter des Silberhand-Konsortiums ernannt. Als er erfährt, dass der König von Sonnenkap zu Tode gekommen ist, sorgt er sich auch um das Leben der Königin. Denn eine Serie mysteriöser Todesfälle erschüttert das Land der Träumer.
Laenan Milan leitet Untersuchungen der Todesfälle in die Wege, und schon bald mehren sich die Anzeichen eines Komplotts um den Thron von Haven.

Meine Meinung:
Zuallererst zum Klappentext: Nein, er sorgt sich nicht um das Leben der Königin. Er wird quasi dazu gezwungen, dass er für sie arbeiten soll. Die Königin und Laenan können sich nicht ausstehen, wie man schon direkt zu Anfang merkt. Er hat andere Beweggründe für den Schutz der Königin.
Ich fand es am Beginn etwas sehr anstrengend, zu verstehen, worum es überhaupt geht. In welcher Welt man sich befindet. Zur Aufklärung: Es ist die Welt der Träume, die für die Bewohner so real ist wie für uns die Erde. Es gibt verschiedene Länder bzw. Städte, die verschiedene Themenbereiche haben. Sturmkap zum Beispiel ist der Traum des Sturmes, Sonnenkap der Traum der Wüste usw. Wir Menschen können in diese Welten gelangen und wandern, während wir träumen, darin umher. Dann gibt es zwischen diesen Städten auch eine Leere, vergleichbar wie Landstraßen. Dort gibt es keine Häuser, einfach ein schwarzes Nichts, durch das man wandern kann, um zu anderen Städten zu gelangen. Das ist das Grundlegende.
Laenan Milan ist der Held, von dem jedermann redet und aus dessen Sicht auch erzählt wird. Er ist ein Magier, der quasi der Besitzer von Sturmkap ist. Ich konnte mich teilweise gut in ihn hineinversetzen und Handlungen verstehen, aber manchmal konnte ich seinen Gedankengängen nicht folgen, die zur Lösung des Falls beitragen sollten.
Alle anderen Figuren waren halt einfach da. Ich habe keinem hinterhergetrauert oder habe großartig mitgefiebert. Es gab nur einen einzigen, bei dem ich wirklich Emotionen gezeigt hatte. Obwohl eigentlich sehr viele Personen auftauchen. Das fand ich sehr schade.
Dennoch war die Handlung gut. Es war eine komplett neue Welt für mich. Ich wäre glaube ich nie auf die Idee gekommen, dass die Träume wirklich eine eigene Realität sein könnten, in denen die Bewohner von der Erde träumen so wie wir von ihnen. Es gab zwar keine große Spannung meiner Meinung nach, aber die Neugier hat mich immer wieder gepackt. Spannung war erst ziemlich zum Schluss bemerkbar, als die große Auflösung kommen sollte. Kurz vor dem Epilog wurde es richtig interessant. Der Epilog selber war irgendwie platt. Es wurden dann noch Dinge erklärt, die vorher passiert sind, was auch an sich gut war, aber ich hätte irgendwie trotzdem mehr erwartet als das.
Ich finde es irgendwie sehr traurig, dass ich eben nicht so einen Draht zu alldem hatte. Ich konnte mir zwar die ganzen Orte und Handlungen gut vorstellen, die waren wirklich super und vor allem interessant beschrieben und gestaltet, aber trotzdem fehlte mir der Verlust, den man am Ende eines guten Buches spürt, weil etwas schönes nun zu Ende ist.

Mein Tipp:
Ja und Nein. Ich bin etwas hin und her gerissen, weil ich zwar die Handlung vor allem gen Schluss hin immer besser und interessanter fand, andererseits mich nichts emotional wirklich berührt hat. Vielleicht findet jemand anderes einen besseren Zugang zu den Figuren und generell dem Roman als ich.

Donnerstag, 13. Juli 2017

Buchrezension "Luna"

Autorin: Julie Anne Peters
Genre: Roman
Verlag: Little, Brown Books for Young Readers
Format: Taschenbuch
Seiten: 248
Originalsprache: Englisch
Kosten: 10,99$ bzw. knapp 10€

Inhalt:
For anyone who has ever felt invisible.

"Luna," she repeated softly, more to herself than me. "Appropiate, wouldn't you say? A girl who can only be seen by moonlight?"
Rolling over, I muttered, "You're such a freakshow."
Her hair splayed across my pillow, tickling my face. "I know," she murmured in my ear. "But you love me, don't you?"
Yeah, I loved her. I couldn't help it. She was my brother.

Meine Meinung:
Es ist so ein wundervoller und emotional geladener Roman, der aktuelle Themen aufgreift und die Gesellschaft kritisiert, die ständig vorgibt, tolerant und fortgeschritten zu sein.
Liam, Lia-Marie und Luna sind ein und dieselbe Person. Liam wurde als Junge geboren, obwohl er sich nicht als so einer fühlt. Er bemerkt schon sehr früh, dass mit ihm etwas nicht stimmt und er lieber wie seine Schwester sein will. Der tägliche Kampf, jemand sein zu müssen, der man nicht sein will, reißt ihn hin und her. Nachts entwickelt sich Liam zu Luna, wie sie sich jetzt nennen möchte. Und gerade diese Figur macht eine große Entwicklung im Laufe der Handlung. Eine sehr erfreuliche in meinen Augen. Seine/ihre Schwester Regan entwickelt sich ebenfalls stark. In positive Art und Weise, wie ich finde. Das Band zwischen den beiden merkt man auf jeder Seite, auch wenn Regan sich sehr oft darüber auslässt, dass sich alles ständig nur um Luna dreht. Dennoch unterstützt sie sie, wo sie nur kann.
Regan ist eine Einzelgängerin, die eher die typische Rolle eines großen Bruders einnimmt: Die Schwester muss beschützt werden. Es zeigt aber auch, wie viel Regan an Liam/Luna liegt, da sie nur möchte, dass es ihm/ihr gut geht. In beiden Geschlechtern. Regan weiß aber dennoch manchmal nicht, wie sie ihren Bruder ansprechen soll, sie wechselt immer wieder zwischen Er und Sie. Sie kommt daher selbst durcheinander. Vor allem aber, weil die Transformation in das wahre Ich nur bei Nacht geschieht, während am Tag Liam zum Vorschein kommt. Die Rolle, die gespielt wird, damit keine Beleidigungen in Stürmen von allen Seiten hageln, vor allem von Seiten der eigenen Familie.
Regan beschwert sich, wie bereits erwähnt, oft darüber, dass es immer nur um Luna gehen würde. Ihr ganzes Leben drehe sich immer nur um sie. Und im nächsten Moment besinnt sie sich wieder eines Besseren und ist sofort wieder für sie da, sobald Luna sie wieder mit ihren Sorgen überschüttet. Ich kann beide Seiten verstehen. Sowohl Regan, die auch einmal nicht daran denken möchte, was wohl passieren könnte, wenn irgendwer etwas von diesem Geheimnis erfährt, als auch Luna, die einfach nicht mehr damit leben möchte, dass sie sich ständig verstecken muss.
Dabei spielt das Unverständnis der Gesellschaft eine sehr wichtige Rolle. Die Befürchtung, von anderen gemobbt zu werden, ist natürlich sehr groß. Vor allem der Verstoß aus der eigenen Familie. An den Reaktionen der anderen bemerkt man, dass Menschen doch nicht so tolerant sind, wie sie immer vorgeben zu sein. Was sehr traurig ist, denn gerade diejenigen, die einen großen Wandel vollziehen und einfach nur sie selbst sein wollen, brauchen am meisten Unterstützung. Doch der Roman zeigt, dass man die nicht immer bekommt und nicht immer erwarten kann.
Gerade in der Familie ist es super wichtig. Doch bei den Eltern von Regan und Luna merkt man sofort, dass man bei den beiden nicht damit rechnen kann. Die Mutter hat zwar auch ihren Traum erfüllt und arbeitet wieder, doch interessiert sie sich kaum noch für die Familienangelegenheiten. Stattdessen hängt sie lieber am Telefon und in der Arbeit. Dabei sollte die Familie immer an vorderster Stelle stehen. Der Vater denkt in Stereotypen. Er will unbedingt, dass Liam auch wirklich Dinge macht, die typisch für Jungs sind, und Regan eben das, was typisch für Mädchen ist. Haushalt zum Beispiel. Er zwingt beide in ihre Rollen, die er erwartet. Wodurch Liam sich noch unwohler fühlt und beide ganz genau wissen, dass die Eltern niemals von Luna erfahren dürfen.
Man erkennt, dass noch ein sehr großer Aufklärungsbedarf besteht, damit Menschen anderen mit Toleranz begegnen und einen nicht schräg anschielen, wenn man aus den stereotypischen Rollen schlüpft. Anderssein ist scheinbar immer noch ein wichtiger Punkt, der nicht grundsätzlich auf Verständnis stößt.

Mein Tipp:
Ich habe einen besseren Einblick in die Gefühlswelt eines Transgender bekommen. Den Kampf, den man jahrelang mit sich selbst führt. Und dass gesellschaftliche Toleranz noch gewisse Grenzen besitzt, die aufgebrochen werden sollten. Es werden brisante und aktuelle Themen beschrieben auf eine sehr emotionale und dramatische Art und Weise. Ich kann den Roman wirklich nur empfehlen.

Montag, 3. Juli 2017

Buchrezension "Die Dinge deiner Liste"

Autorin: Mia Hansen
Genre: Roman
Verlag: Montlake Romance
Format: eBook
Pos.: 3570
Kosten: 4,99€

Inhalt:
Vicky wohnt immer noch auf dem Land bei ihren Eltern und schlägt sich neben dem Studium mit Aushilfsjobs durch ihr eher locker-leichtes Leben. Ihren Jugendfreund Finn hat sie seit Kindheitstagen nicht mehr gesehen. Finn hat in der Finanzabteilung einer Frankfurter Versicherung Karriere gemacht, das Schicksal wendet sich jedoch gegen ihn.
Vicky will Finn wiedersehen und ihn im Kampf gegen die Krankheit unterstützen. Sechszehn Wünsche einer Liste aus den Tagen ihrer Jugend sollen in einem Jahr in Erfüllung gehen. Eine aufregende Reise beginnt, auf der nicht alles klappt wie geplant...
"Die Dinge deiner Liste" ist ein tragisch-komischer Roadtrip durch Europa und ein Bekenntnis zum Leben und zur Liebe.

Meine Meinung:
Naja. Es hätte schöner sein können.
Man weiß durch die Inhaltsangabe, was passieren und wie es ausgehen wird. Und dass nicht alles klappt, wie geplant, stimmt halt leider auch nicht.
Die Planung der Wunscherfüllung war quasi schon beendet, bevor sie wirklich angefangen hat. Es fiel alles in ihre Hände, ohne dass sie sich groß hätten anstrengen müssen. Vicky hat also einfach nur einen Stein ins Rollen gebracht und schon erledigte sich alles von alleine. Meiner Meinung nach ging das alles viel zu schnell und zu geschmiert. Dafür, dass Finn krank ist, passiert ihm nichts wirklich dramatisches, bei dem man den Atem angehalten hätte und ebenfalls bangen müsste.
Ich fand es einerseits schön, dass Finn ständig Grund zum Lachen hatte, obwohl er so krank ist. Andererseits kommt es sogar beim Lesen einfach zu stark so herüber, als wäre das alles nur Show und nicht ernst, dadurch, dass er eben so oft lacht. Es wirkt so, als ob er einfach keine Sekunde ernst bleiben könnte, aber zwischendurch hat er dann zu heftige Anwandlungen Vicky gegenüber und ist dann das genaue Gegenteil, eher boshaft. Ich kann leider nicht beurteilen, wie Menschen mit so einem Schicksal damit umgehen, aber selbst wenn er gesund wäre, dann fände ich das ständige Lachen irgendwie anstrengend.
Vicky konnte ich zwar verstehen, dass sie sich sorgt, aber ich ein Hineinversetzen war mir nicht möglich. Vor allem dadurch, dass die Geschichte einfach viel zu schnell vorangeschritten ist und auch viel zu einfach war. Dadurch konnte ich dann wiederum nicht verstehen, warum sie die Planung so sehr vereinnahmt, weil es eben so einfach war, dass andere die Arbeit für sie quasi erledigen. Für mich war Vicky am Anfang einfach noch fast schon kindlich, am Ende jedoch wirkte sie plötzlich erwachsen. Aber wie sie sich dahin entwickelt hat, davon bemerkt man gar nichts.
Ich fand auch irgendwie komisch, dass Finn so viel Geld hatte. Ich habe zwar keine Ahnung, wie viel man bei so einer Versicherung verdient, aber all das, was er finanziert hat, stelle ich mir schon sehr teuer vor und da reichen mir die Erklärungen nicht, die Finn liefert.
Mir kam es dann letztendlich so vor, als wäre die ganze Geschichte eine Mischung aus "Dem Horizont so nah" und "P.S. I Love You". Das hat mir dann irgendwie den Reiz genommen, denn dadurch wusste man wirklich, was einen erwartet. Wenn man sich das nicht schon vom Klappentext hergeleitet hat.
Das, was ich wirklich schön fand, war, dass am Ende eines jeden wichtigen Kapitels die Liste abgebildet und das Erlebte durchgestrichen wurde. Somit hatte man noch einen guten Überblick, was alles noch gemacht werden müsste.
Das Ende war dann trotzdem ergreifend. Überraschend war es nicht. Mehr lässt sich dazu leider nicht sagen.

Mein Tipp:
Dadurch, dass man einfach weiß, wie die Geschichte verlaufen wird und alles vorhersehbar ist, braucht man nur den Klappentext lesen und dann hat man sich das Geld gespart. Ich würde es schlichtweg nicht empfehlen, es lief alles einfach zu geschmiert und viel zu schnell.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Buchrezension "Wenn gestern unser morgen wäre"

Autorin: Kristina Moninger
Genre: Roman
Verlag: Feuerwerke
Format: eBook
Pos.: 4945
Kosten: 0,99€

Inhalt:
Sara hat innerhalb weniger Tage so ziemlich jeden Fehler begangen, den sie begehen konnte. Mit scheinbar kleinen, aber ausschlaggebenden Entscheidungen hat sie in ihrem Leben so eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, die sie gerne wieder rückgängig machen würde.
Als sie inmitten dieses Chaos ausgerechnet Matt vors Auto läuft und wenig später im Krankenhaus aufwacht, ist plötzlich nichts wie zuvor. Die Uhren wurden zurückgedreht und all das, was in der Woche vor dem Unfall passiert ist, scheint ungeschehen.
Sara hat nun die unbezahlbare Möglichkeit, die wichtigsten Tage ihres Lebens noch einmal neu zu erleben. Um endlich alles richtig zu machen...

Meine Meinung:
Es ist fantastisch. Es hat Drama und Romantik, Witz und Charme.
Zuallererst einmal zu den Personen: Ich konnte mich durch den guten Schreibstil sehr in Sara hineinversetzen. Ich hatte nicht das Gefühl, wie bei einem vorherigen Buch der Autorin, dass sich zu viel im Kopf abgespielt hat. Es war eine super Mischung zwischen Gedanken und Handlung. Ich hatte das Gefühl, diese Entscheidungen selbst fällen zu müssen und in diesen Konflikten zu stecken, wobei ich allerdings bei einigen Sachen so oder so anders gehandelt hätte. Aber da spielte dann meine eigene Meinung mit, die mich oft an den Kopf fassen ließ, warum Sara so handelte und nicht anders. Andersherum hat man immer leicht reden, wenn man nicht in der gleichen Situation steckt.
Matt fand ich reizvoll, er hatte Biss und Charme. Wobei ich mich auch bei ihm manchmal gefragt habe, warum er so handelt. Da stand ich dann wie Sara auch einfach nur rätselnd da. Aber alles klärte sich nachher auf. Oliver und seine Freunde sind alles richtige Kotzbrocken, wie man sehr schnell feststellt. Sie leben in einer Welt, in die ich niemals auch nur meine Nase stecken wollen würde. Schnöselig bis zum geht nicht mehr. Hat mir aber auch super gut gefallen. Sie waren eben genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich lesen möchte und haben es ebenfalls interessanter gemacht. Sie gehörten irgendwie dazu. Außerdem sind sie so gut beschrieben, dass man meinen könnte, die Autorin hätte lebende Beispiele gehabt, die sie einfach nur beschreiben musste. Sehr realitätsnah.
Generell war es eigentlich immer spannend. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Sara, Matt und allem drum und dran weitergeht, welche Entscheidungen Sara fällt und welche Auswirkungen diese auf den Verlauf der Zukunft hätten. Der berühmte Butterfly Effect. Ein kleiner Flügelschlag kann die ganze Zukunft verändern und ich musste einfach wissen, wie die Protagonistin ihre Chance nutzen würde. Denn so eine Möglichkeit bietet sich nicht zweimal.
Diese ständigen Hochs und Tiefs in Saras Leben haben ebenfalls noch angestachelt, weiterzulesen. Vor allem, weil man fix gemerkt hat, dass man trotzdem noch Fehler macht, wenn man eine neue Chance bekommt, nur dass es dann andere sind. Fehlerlos kann man eben nie durch das Leben gehen.
Man bemerkt eine Metamorphose von Sara. Sie gibt vor, jemand zu sein, der sie eigentlich gar nicht sein will und wie unbemerkt unglücklich sie damit ist. Was in meinen Augen auch eine Art Appell ist, dass man immer das machen sollte, worauf man selbst Lust hat und keine Maske tragen sollte, hinter der man sein wahres Ich versteckt. Sonst lebt man mit einer großen Lüge.
Das Thema der zweiten Chance ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Thema, weil eigentlich fast jeder mindestens ein Mal im Leben sagt, dass er Dinge anders machen würde, wenn er eine zweite Chance dazu bekommen würde. Nur dass man damit auch die ganze Zukunft verändert, wenn man nur eine Kleinigkeit ändert. Empfinde ich zumindest so.
Das Ende fand ich sehr überraschend, aber keineswegs unangemessen. Es hat die Geschichte einfach noch schöner gemacht und abgerundet.

Mein Tipp:
Lesenswert!! Das Thema an sich ist sehr gut gewählt und super verarbeitet, die Personenkonstellation ist interessant und realitätsnah und man kann sich super in Sara hineinversetzen und mitfiebern, wie es weiter geht. Und vor allem hat es alles, was ein gutes Buch braucht.

Montag, 19. Juni 2017

Buchrezension "Dem Ozean so nah"

Autorin: Jessica Koch
Genre: Roman
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Format: Taschenbuch ;)
Seiten: 367
Kosten: 9,99€

Inhalt:
Eine Geschichte über die alles überwindende Kraft der Freundschaft.
Sie teilen das gleiche Schicksal und sind doch ganz verschieden: Danny ist erfolgreich und unabhängig - auch wenn er hart dafür kämpfen musste - ach einer Kindheit, die für ihn keine war. Tina hingegen hat die letzten Jahre auf der Straße verbracht. Als die beiden, denen das Leben nichts geschenkt hat, einander begegnen, spüren sie eine nie erlebte Nähe. Verzweifelt bemüht Danny sich, Tina zu zeigen, dass das Leben auch schöne Seiten hat. Hilft den beiden ihre Freundschaft, die Schatten der Vergangenheit abzuwerfen? Und wo genau liegt eigentlich die Grenze zwischen Freundschaft und Liebe?

*Es könnten Spoiler zu den ersten beiden Teilen vorhanden. Falls man diese noch nicht gelesen hat, kann ich das nur wärmstens empfehlen. Ansonsten: Weiterlesen auf eigene Gefahr.*

Meine Meinung:
Man erfährt hier sehr viel über Tina. Wie Danny und sie sich kennengelernt haben, was auch sie alles durch gemacht hat, vor allem aber in der Zeit, in der sie Danny schon kannte. Und auch hier muss ich sagen, dass ich es erstaunlich finde, wie die Autorin es geschafft hat, wieder alles so gut zu erzählen, dass man wirklich denkt, sie wäre dabei gewesen. Wie sie es schafft, die Verbindung zwischen sich und den zweien noch so sehr zum Ausdruck zu bringen und lebendig werden zu lassen, auch wenn sie selbst keine Rolle in diesem Teil spielt.
Das Ende war so, wie ich es gedacht hatte, was mich jedoch überhaupt nicht gestört hat. Im Gegenteil, ich fand es wirklich schön.
Ich bin immer noch gerührt, wenn ich mir durch den Kopf gehen lasse, was Danny und Tina alles zusammen durchgestanden haben. Was sie beide für sich gegenseitig tun und tun würden. Man spürt eine Liebe zwischen ihnen nur durch das Lesen. Eine Liebe, die man einfach nicht wirklich beschreiben kann. Und die es nur ganz selten auf der Welt gibt. Deshalb bin ich aber umso glücklicher darüber, dass sie sie gefunden haben.
Die ganze wahre Geschichte, die erzählt wird (vor allem, wenn man alle drei Teile gelesen hat), lässt einen so fühlen, als ob man jeden der drei persönlich kennt/kannte. Und trotzdem empfinde ich so, dass ich genau das nicht sagen dürfte, weil ich sie eben nicht kannte, nicht in der gleichen Situation war und sie begleiten konnte.
Es gab wieder sehr emotionale Momente, in denen ich ein paar Tränchen verdrücken musste. Ganz besonders, wenn sich beide füreinander einsetzen und man sich durch den Kopf gehen lässt, was beiden passiert ist und passieren wird.
Manchmal merkt man, dass das, was Tina und Danny in ihrer verkorksten Kindheit nicht erleben konnten, irgendwie ein wenig nachgeholt werden musste. Die schönen, sorgenfreien Zeiten, in denen es keine Probleme gibt und keine Zeichnungen in ihnen. Aber was Dannys Vater mit ihm angestellt hat, hinterlässt eben seine Spuren, welche er niemals ablegen kann. Und auch Tinas Vergangenheit holt sie immer wieder ein, obwohl beide auf dem besten Weg sind, sie irgendwie hinter sich zu lassen.
Dadurch, dass man die Figuren aber schon kennt, gibt es nun leider nicht mehr viel zu sagen, außer...

...meinen Tipp:
Ich möchte es mal gewöhnte Emotionalität nennen, aber es war immer wieder überraschend und ergreifend. Ich kann es nur herzlich empfehlen, da es die Lücke in der Geschichte von Danny füllt. Es ist aber nochmal verdeutlichend, welche Auswirkungen Dinge (vor allem in der Kindheit) haben, die einen als Schatten im ganzen Leben begleiten.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Buchrezension "Diatar - Kind des Lichts"

Autorin: Ina Linger
Genre: Fantasy / Dystopie
Verlag: keiner
Format: eBook
Pos.: 4574
Kosten: 2,99€

Inhalt:
Diatar und Monandor, zwei verschiedene Völker, die sich bis auf das Blut hassen und bekämpfen. Und zwei Menschen, die den Hass überwinden.
Jaro gehört zu den Diatar, der Bevölkerung, die am Tag lebt und im Dorf gefangen sind, sobald die Sonne verschwunden ist. Das gehört zu ihren Regeln, die niemals gebrochen werden dürfen. Aber um zu überleben, weiß Jaro ganz genau, dass sie sich nicht mehr lange daran halten können. Sonst müssen alle sterben. Doch ist die Gefahr zu hoch, wieder auf jemanden zu treffen, den man eigentlich nie wieder sehen wollte.
Monandor leben nachts. Sobald ihre Haut von der Sonne berührt wird, verbrennt sie. Risa ist ein Teil von ihnen, aber sie ist weniger empfindlich als andere. Ihr Volk wird jedoch von den Diatar angegriffen. Doch will sie keinen verlieren, den sie bei den Diatar kennt. Sie braucht ihn. Für mehr, als alle anderen ahnen können.


Meine Meinung:
Manchmal bestimmt das Ende, wie man das ganze Buch findet. Weil es das Entscheidendste ist. Nur untermalt es für mich in diesem Fall meine Meinung, die ich schon vorher hatte: Mir fehlt schlichtweg die Spannung. Sie ist zwischendurch zu spüren, aber ich empfinde die Schreibweise als zu beschreibend in solchen wichtigen Momenten. Ich habe mich mehr als allwissender Beobachter gefühlt, der weiß, wie die glimpflichen Situationen ausgehen werden, als jemanden, der wirklich über Jaros Schulter guckt und nichts anderes weiß als das, was er macht, denkt und sagt. Und das Ende war, obwohl ich es anders erwartet hatte, sehr schnell da und weniger spannend als gedacht. Was aber andersherum gesehen einen schönen Überraschungsmoment ausgemacht hat.
Ein wenig verwirrend fand ich, dass es einige Namen mit L und J gab und ich dann nicht mehr ganz wusste, von wem jetzt überhaupt die Rede war.
Die Themen der Spannung und Namen mal beiseite geschoben, kommen jetzt zwei Punkte, die mich am meisten gestört haben:
1. Es waren eindeutig zu viele Schreibfehler vorhanden. Seien es falsch gesetzte Kommata oder Buchstaben zu viel oder zu wenig. Wenn es bei zwei bis drei Fehlern bleibt, da kann ich auch drüber hinwegsehen, aber es waren eindeutig mehr und da hört dann leider meine Toleranz auf.
2. Es waren teilweise zu viele Auflistungen. Ein Beispiel von mir:"Er rannte gerne herum, sprang und sang", oder "Schwer atmend kletterte er weiter, griff zu." Das war für mich an den falschen Stellen verwendet und zu oft, deshalb fand ich das auch dezent nervig, dieses Stilmittel ständig lesen zu müssen.

Jetzt höre ich mal auf zu meckern und komme zu den positiven Seiten:
Die Story an sich fand ich sehr gut. Es hat zwar sehr an Romeo und Julia erinnert, aber trotzdem wusste man eben nicht, wie es zwischen unserem Romeo und unserer Julia läuft. Am schönsten fand ich diesen na-endlich-Moment, auf den ich die ganze Zeit gewartet hatte. Einfach diese Erleichterung, dass endlich die Last der Erwartung von den Schultern genommen wurde.
Es war auch eine komplett neue Welt, komplett neue Völker und eine neue Geschichte zwischen ihnen, die sich im Laufe langsam und zum Teil erschlossen hatte. Und vor allem eine Erschütterung, mit der ich nicht gerechnet hatte, die aber Jaros Weltbild komplett verändert.
Die Rückblicke auf wichtige Ereignisse waren an den richtigen Stellen eingeschoben und haben vor allem auch sehr viel Aufschluss gegeben in Bezug auf Handlungen und Gefühlslagen der betroffenen Figuren. Man erkennt vor allem, wie schwer Jaro es als Kind hatte, wodurch ich mich noch etwas mehr in ihn versetzen konnte, da ich wusste, warum er heute so ist und so handelt.
Die Figuren waren meiner Meinung nach auch schön ausgearbeitet, ich konnte mich wie gesagt gut in Jaro hineinversetzen, habe Risa, seinen besten Freund und seine Eltern in mein Herz geschlossen und habe auch Beziehungen zu anderen Nebenfiguren aufgebaut. Ich konnte auch deren Handlungen und Gefühle nachvollziehen, auch wenn man deren Vorgeschichte nicht so nah erlebt hat.
Das Ende war wie gesagt eher unspannend, dafür aber auch ein wenig überraschend und hat mich dennoch neugierig darauf gemacht, wie es weiter geht, da meine Fragen nicht alle beantwortet wurden, ich das jedoch nicht auf mir sitzen lassen möchte. ;)

Mein Tipp:
Mein anfänglicher negativer Ton scheint optisch zu überwiegen, aber trotzdem tut er dies nicht, für mich haben die positiven Aspekte ein viel größeres Gewicht. Deshalb würde ich das Buch gerne weiterempfehlen, sofern euch das nicht abgeschreckt hat. Mich hat es auf jeden Fall neugierig gemacht auf die noch kommenden Teile.

Montag, 10. April 2017

Buchrezension "Dem Abgrund so nah"

Autorin: Jessica Koch
Genre: Roman
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Format: Taschenbuch, wer hätte das gedacht ;)
Seiten: 330
Kosten: 9,99€

Inhalt:
Ein Buch, das zu Herzen geht. Ein Buch, das Mut macht.
Danny ist gerade zehn Jahre alt, als sein Leben aus den Fugen gerät. Ein schwerer Schicksalsschlag veranlasst seine Familie, aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland zu ziehen. Dannys Vater ertränkt seinen Kummer in Alkohol und fällt zurück in Verhaltensmuster, von denen er glaubte, sie vor der Ehe endgültig abgelegt zu haben. Danny ist seinem Vater schutzlos ausgeliefert. Aber er gibt nicht auf...
Bei einem Sommercamp lernt Danny die Französin Dominique kennen. Ihre Liebe hilft ihm, sich von seiner Familie - und damit aus der Dunkelheit, die sein junges Leben prägt - zu lösen. Es beginnt ein Kampf um Anerkennung, Freiheit, Gerechtigkeit - und um die Liebe.

Danny ist zu jung, um zu verstehen, was vor sich geht. Um endgültig erwachsen zu werden. Er sollte seine Kindheit genießen wie jeder andere. Aber sein Vater lässt das nicht zu. Danny wird nicht zu einem normalen Kind mit einer glücklichen Familie. Was er sich aber sehnlichst wünscht. Er muss schneller erwachsen werden, als ihm lieb ist. Und mit Dingen umgehen, die keiner stemmen sollte. Vor allem aber nicht alleine.

*Es sind Spoiler zum ersten Teil vorhanden, falls man diesen noch nicht gelesen hat. Ich gehe hierbei davon aus, dass man ihn gelesen hat und daher schon Hintergrundwissen besitzt.*

Meine Meinung:
Dies ist der zweite Teil der Danny-Trilogie. Er spielt in der Kindheit von Danijel Alaric Taylor, der zu viel mit ansehen und mitmachen musste. Im ersten Teil erfährt man schon einige Dinge aus der Kindheit, die aber hier vertieft werden. Man bekommt einen genaueren Einblick in die grausame Geschichte von Aiden Taylor, Dannys Vater, ihm und seiner Mutter.
Wie man schon im ersten Teil erfahren hat, wurde Danny von seinem Vater früher über Jahre hinweg vergewaltigt und missbraucht. Der Besuch seiner Mutter mit Jessica zusammen hat klar gemacht, dass seine Mutter geistig nicht zurechnungsfähig ist. Hier erfährt man die ganzen Hintergründe und Zusammenhänge, die meiner Meinung nach viel zu furchtbar sind, als dass man wirklich glauben möchte, dass sie wahr sind. Aber es stimmt alles. Eine traurige und zugleich wütend machende Geschichte, die mir unter die Haut ging.
Ich finde es interessant und spannend, wie Jessica Koch es geschafft hat, die Geschichte so zu erzählen, als wäre sie selbst dabei gewesen. Und vor allem teilweise auch so detailliert, als ob sie alles mitgeschrieben hätte, als Danny ihr das einst erzählte. Man spürt immer noch eine tiefe Verbundenheit zwischen den beiden, denn wenn man sich das auf der Zunge zergehen lässt, dass sie nach all der ganzen Zeit immer noch weiß, was er ihr darüber gesagt hat, ich finde es erstaunlich.
Was ich sehr schön fand, waren diese Andeutungen über die Zukunft, die die Autorin zwischenzeitlich fallen ließ. Es wird nicht vorausgesetzt, dass man den ersten Teil schon gelesen hat, man kann diesen Band ruhig auch als erstes lesen. Dafür verraten die eingeworfenen Kommentare auch zu wenig. Wenn man aber nach der Reihenfolge geht, wie die Bücher erschienen sind, erkennt man die Verhaltensmuster wieder und versteht auch somit, wie es überhaupt dazu kam.
(Bildquelle: Rowohlt Verlag)
Die Entwicklung, die Danny gemacht hat, zeichnet sich deutlich ab. Wie schnell er erwachsen werden musste, damit er mit der ganzen Situation irgendwie umgehen konnte. Ich finde es erstaunlich, wie er es geschafft hat. Der große Kampf, den er irgendwie schaffen musste, den Mut, den er aufbringen wollte, die Kraft vor allem. Und die kleinen Schritte, die aber die Welt bedeuten. Ich habe auch ein bisschen mehr gelernt, diese kleinen Schritte, die man kaum merkt, aber trotzdem da sind, mehr zu schätzen, weil man seinem großen Ziel auch damit näher kommt. Kleine Erfolge sollte man trotzdem feiern. Und vor allem: Niemals aufgeben. Denn dann hat man schon verloren. Und für irgendetwas lohnt es sich immer. Also, wie man sieht, empfand ich es als super lehrreich.
Generell war ich hierbei wirklich ständig nur fassungslos. Ich war gefesselt davon, wie es wohl mit Danny weitergehen würde, was seine und vor allem Aidens nächste Schritte sein würden. Und dabei blieb mir viel zu häufig der Mund offen stehen. Dass es so etwas gibt, so schlechte Menschen, macht einen nur traurig und wütend zugleich. Was meinen "inneren Film", der beim lesen entsteht, sehr dunkel erscheinen ließ. Vor allem Dannys Zimmer.
Im Allgemeinen kann ich nur sagen, dass mich die Geschichte von Danny sehr fesselt. Es zerreißt mir das Herz, dass nicht nur er, sondern auch andere Kinder mit einem ähnlichen Schicksal zu kämpfen haben. Und dass man sieht, dass man sehr viel in einem Menschen zerstören kann. Ich finde es bemerkenswert, wie Danny damit umgegangen ist. Und kann nur sagen, dass der Einband die Wahrheit sagt: Er macht Mut.

Mein Tipp:
Ich würde es definitiv jedem weiterempfehlen. Man kann es unabhängig vom ersten Teil lesen, was ich als Pluspunkt empfinde. Außerdem sensibilisiert man sich ein bisschen für diese Themen, weil es auch oft genug lieber totgeschwiegen wird, als dass man damit an die Öffentlichkeit geht. Vor allem aber gibt Jessica Koch auch Hinweise dazu, wie man so etwas erkennen könnte. Die Stimmung wird auch gut hervorgebracht und durch den Erzählstil kann man sich auch gut in Danny einfinden. Es ist eine wahre Geschichte, die jeder gelesen haben sollte.

Montag, 3. April 2017

Buchrezension "Nur eine Ewigkeit mit dir"

(Bildquelle: FeuerWerke Verlag)
Autorin: Kristina Moninger
Genre: Roman
Verlag: Feuerwerke
Format: eBook
Pos.: 3932
Kosten: 11,99€

Inhalt:
Lily ist müde, lebensmüde. Jonas lebt nicht, zumindest nicht richtig. Als die beiden aufeinander treffen, handelt es sich um einen Glücks-, aber keinen Zufall. Denn Jonas kennt Lily bereits aus einem anderen, einem längst vergangenem Leben. Während Lily Tag für Tag neuen Lebensmut schöpft, muss sich Jonas seiner Vergangenheit stellen - und damit auch einer Entscheidung, die die Grenze zwischen den Zeiten immer brüchiger werden lässt...
Eine wundervolle Geschichte über die grenzenlose Macht einer Liebe, die alle Zeiten überdauert.

Lily hat ihre Mutter verloren und damit auch ihren Lebenswillen. Niemand kann dagegen etwas tun, ihre Familie nicht und auch ihre Freunde haben keine Chance. Bis Jonas sie rettet und ihr etwas zeigt, was sie eigentlich niemals sehen sollte. Jonas steckt in einer Zwickmühle, denn Lily ist für jemand anderes bestimmt als für ihn. Doch gegen seine Gefühle kann er nicht ankämpfen. Gefühle, die er nicht haben dürfte und die eine große Gefahr für ihn darstellen. Doch er ist der einzige, der sie weiterhin im Leben halten kann.

Meine Meinung:
Zuerst einmal etwas über die Figuren. Die Konstellation hat mir sehr gefallen. Es wurde abwechselnd aus Lilys und Jonas Sichtweise erzählt, wodurch man einen guten Einblick in die Gefühlslage der beiden hatte. Und die Beweggründe hinter einigen Dingen besser verstanden hat. Auch die Unterschiede der Charaktere haben mir gefallen. Jeder hat eine ganz eigene Art, auch mit Trauer umzugehen, was man sehr schnell erkennt. Lily bricht mit allem ab, nachdem ihre Mutter gestorben ist, zieht sich immer mehr zurück und ist schließlich so weit, dass sie sich das Leben nehmen will, wäre Jonas nicht dazwischen gegangen. Ihre Tante Bille sucht hingegen den Kontakt, vor allem zu Lily, um den Verlust ihrerer Schwester irgendwie verarbeiten zu können. Jonas stürzte sich in seine Arbeit, als er seine Liebe in einer anderen Zeit verlor, was ihm jetzt nur leider nicht mehr gelingt. Und auch Yolanda hatte ihre verlorene Liebe niemals vergessen und wurde dadurch strenger und etwas kühler. Man merkt also, dass der Verlust in diesem Roman eine große Rolle spielt, genauso wie die Liebe. Sei es die zur Familie oder zu einem anderen Menschen, den man gerne als Partner in sein Leben lassen würde.
Die Story an sich war auch interessant. Eine Theorie, die aufgegriffen wird, lautet, dass zwei Seelen, die in einem Leben als Partner sehr glücklich waren, für alle anderen Leben weiterhin bestimmt sein werden. Ein übersinnliches Thema, auf das ich gerne ein bisschen eingehen würde, weil die Frage immer im Raum stehen wird, was nach einem Leben denn überhaupt passiert. Wie man im Roman selbst sieht, dauert es eine Weile, bis eine Seele aus einem früheren Leben wieder ein neues anfangen wird. Man wird also nicht direkt wiedergeboren. Damit stimme ich überein, auch, dass man überhaupt ein neues Leben antritt. Meiner Meinung nach ist das ein großes Thema, über dass manche gar nicht sprechen wollen, weil sie sich entweder nicht damit befassen wollen oder aber glauben, dass man sie dann für verrückt erklärt, wenn man seinen eigenen Standpunkt darlegt. Was ich sehr schade finde. Mich würde interessieren, was ihr darüber denkt, falls ihr mir das mitteilen wollt. :)
Was ich sehr schade fand, war, dass kaum Handlung stattfindet. Es vergehen vielleicht nur einige wenige Tage, eine Woche oder zwei, das kann ich schlecht einschätzen. Jedenfalls handelt 3/4 von dem Roman davon, wie es in den Figuren aussieht. Häufig dann auch das gleiche, wie verboten die Liebe doch sei, wie grausam die Trennung vom vermeintlichen Partner oder von der eigenen Mutter. Ja, ich kann es verstehen, wie schlimm sowas ist. Dennoch finde ich nicht, dass alles nur noch darüber gehen muss, sondern dass auch ein bisschen Handlung geschieht. Dass sie mehr unternehmen, nicht unbedingt von Dächern springen oder so, aber sie stehen auf, denken nach, lesen und gehen wieder schlafen. Man war selbst in so einer Kuppel, in der sich alles um Emotionen dreht, in der einfach nichts wichtig ist. Später kam mehr Handlung dazu, Lily hat mehr gemacht als nur zu denken und man kam aus dieser Kuppel ein Stück weit raus. Damit wurde es auch ein Stück interessanter. Aber die Spannung fehlte mir trotzdem. Die Neugier wurde nicht richtig entfacht, wie es denn nur weitergehen würde, ob Lily und Jonas alles geregelt bekommen oder nicht. Wer die an Lily gebundene Seele ist, ihr Partner für alle weiteren Leben.
Manchmal war ich auch sehr irritiert, weil ich dann den Gedankengängen nicht ganz folgen konnte, warum welche Schlussfolgerung gezogen wurde oder ähnliches. Ich stand dann ein bisschen auf dem Schlauch. Bei einer Sache war das auch sehr gut durchdacht, weil es das größte Geheimnis ist, was dann alles lösen würde. Aber bei anderen Dingen war es irgendwie viel zu irritierend.
Ab und zu wurde mir das mit den Gedichten auch ein bisschen zu viel. Ich kann nachvollziehen, warum stellenweise darauf zurückgegriffen wurde, aber immer wieder Gedichte zu lesen und dahinter den für die Geschichte relevanten Sinn verstehen war dann doch etwas zu viel teilweise.

Mein Fazit:
An sich fand ich die aufgegriffenen Themen gut durchdacht und war auch etwas neues für mich. Die Charaktere haben einen Eindruck hinterlassen. Jedoch waren sie nicht so klasse, dass ich sie vermissen, mich sonderlich für sie freuen oder richtig mit ihnen gefühlt hätte. Es war zwar interessant, aber mir fehlte Spannung. Es wurde nicht viel gemacht, sondern meistens nur gedacht und gefühlt und irgendwann war das dann ein bisschen zu viel. Generell würde ich ja und nein zu diesem Buch sagen. Ja, weil das Thema interessant ist und die Charaktere unterschiedlich sind, vor allem im Umgang mit Emotionen. Nein, weil die Charaktere zu wenig handeln und es viel zu sehr von den gleichen Themen handelt, was die Spannung raus nimmt.

Mittwoch, 1. März 2017

Buchrezension "Dem Horizont so nah"

Genre: Roman
Autorin: Jessica Koch
Verlag: Feuerwerke
Format: eBook
Pos.: 6773
Kosten: 9,99€

Es überraschte mich nicht, dass ich immer noch an Dannys Seite war. Freiwillig würde ich diesen Mann im Leben nicht verlassen. Mit untrüglicher Sicherheit wusste ich, dass auch er mich niemals aus freien Stücken verlassen würde. Woher dieses Wissen kam, vermochte ich nicht zu sagen. Es war einfach da. So wie man weiß, dass man Luft zum Atmen braucht und dass die Sonne Wärme spendet. Zwar war mir bewusst, dass es nicht mehr lange dauern konnte, bis seine Vergangenheit uns einholen würde, aber ich wusste auch, dass wir ohne diese Vergangenheit niemals zueinandergefunden hätten.
Die Geschichte einer großen Liebe. Eine Geschichte über Vertrauen, Mut, Schmerz, Verzweiflung und die Kraft loszulassen. Eine Geschichte aus dem wahren Leben.

Ich verzichte auf eine eigene Inhaltszusammenfassung, weil ich finde, dass diese hier von vorneherein genug sagt. Weil mir sonst der Bildschirm vor Tränen verschwimmt.
Ich muss ehrlich sagen, dieses Buch klingt erst wie eine saumäßig gut geschriebene Geschichte. Aber wie heißt es so schön: Die besten Geschichten schreibt das Leben. Nur dass ich nicht weiß, ob ich sie als beste oder traurigste beschreiben soll. Ich habe noch nie so viel gelacht und geweint. Manchmal auch beides zusammen.
Es ist super mutig, meiner Meinung nach, so eine Vergangenheit zu veröffentlichen. Einfach, weil man alles erneut erlebt, während man die ganzen Erinnerungen sammelt und niederbringt. Die ganze Freude, der ganze Schmerz, den man versuchte zu verdrängen. Und vor allem auch Themen aufzuwühlen, über die sich viel zu wenige Gedanken gemacht werden. Ich möchte nicht zu viel verraten, worum es dabei geht, weil es wirklich essentielle Dinge sind.
Aber genau diese Dinge brachten mich dazu, mein ganzes Leben zu überdenken. Meine Gedanken neu zu ordnen. Mir kam einfach alles so banal vor, meine eigenen Probleme so klein und total unnötig. Meine Gedanken verschwendet für Sachen, die es nicht wert waren, darüber nachzudenken. Und mir wurde bewusst, dass es viel zu viele Dunkelziffern gibt. Viel zu viel Unverständnis auf dieser Welt. Mir ist, als hätte ich alles selbst miterlebt. Ich spüre den Schmerz, die Zuneigung, die ganzen Gefühle, die Ducky bzw. Jessica gefühlt hat, sind ebenfalls in mir. Wobei ich auch sagen muss, dass man niemals das gleiche fühlen kann wie jemand, der das alles selbst durchgemacht hat.
Mehr kann und möchte ich nicht mehr sagen. Nichts anderes ging mir bisher so ans Herz wie diese Lebensgeschichte. Die es absolut wert ist, gelesen zu werden.

Samstag, 21. Januar 2017

LEGO

Ich muss gestehen, ich bin ein super Fan von Games von Lego. Ich hab zwar nicht alle, die jemals erschienen sind, aber die, die ich habe, finde ich einfach super.
Lego Star Wars zum Beispiel. Damit habe ich damals "angefangen". Ich liebe Star Wars eh total, aber wie die Entwickler die Story umgesetzt haben, fand ich richtig toll. Viele verschiedene Charaktere, die man im Story Modus erst nur gesehen, teilweise spielen konnte und später im Freien Spiel benötigt werden, damit man auch wirklich 100% erreichen kann. Sie waren grundsätzlich mit Witz gefüllt. Dass die Charaktere nicht sprechen, war meiner Meinung nach zumindest schon fast ein Markenzeichen. So wie bei The Legend of Zelda. Link hat auch nie gesprochen.
Jedenfalls hat es mir immer Spaß gemacht. Nur von einem war ich ein bisschen enttäuscht, von Marvel Super Hero auf DS. Die Grafik war nicht so besonders, aber das war noch zu verkraften. Was ich gar nicht leiden konnte, war der Sound, der sich anhörte wie aus den Radios aus den 70ern. Da wäre schon echt mehr drin gewesen. Der Witz fehlte mir auch ziemlich dabei, was ich umso trauriger fand. Da war nur der Versuch da, irgendwie witzig zu sein. Tja, leider verfehlt.
Auch sehr schön war Pirates of the Carribean. Die Liebe zum Detail, die Gangart, das Verhalten einer einzelnen Person oder von Tieren einzufangen, das macht nicht nur dieses Spiel aus. Es macht Spaß, durch jedes Erlebnis durchzustarten, was man schon aus den Filmen kennt, aber selbst noch besser in die Geschichte einzutauchen.
Ich bin zur Zeit bei Lego Der Hobbit dran. Ich war erst überrascht, weil alle reden können. Aber der Witz, mit dem die Geschichte erzählt wird, bleibt einfach. Sehr schön finde ich die große zu erforschende Welt. Ich kenne den Film nicht, muss ich leider zu meiner Schande gestehen, aber man kann durch das Auenland reisen, um fließend nach Bree oder zum Bruchtal zu kommen. Auf dem Weg kann man kleinere Quests machen, die meistens bedeuten, dass man etwas bauen oder suchen muss. Man muss tatsächlich auch die Dinge finden, die man braucht zum bauen, seien es Edelsteine, Steine an sich oder Bretter etc. Die findet man aber leicht auf der Reise. Natürlich gibt es auch rare Sachen, da muss man dann ein bisschen länger suchen, aber ich kann damit leben. Für mich wird aber auch die Geschichte an sich sehr gut erzählt. Also es gibt einen "Erzähler", der dann zwischendurch erklärt, was passiert und alles, während man spielt oder Sequenzen sieht. Ich will nicht sagen, dass ich total mitreden kann, wenn man über den Film diskutieren würde, aber was da vielleicht, anfangs zumindest noch, passiert, da könnte ich eventuell mitreden. Während ich Herr der Ringe - Die Gefährten gesehen habe, sind mir dann doch einige Zusammenhänge und Charaktere bekannt vorgekommen, was mir das Schauen ein bisschen leichter gemacht hat. Mir gefallen sowohl das Spiel, als auch der Film und ich möchte unbedingt alle anderen Teile noch sehen. Oder auch spielen.
Ich hoffe einfach, dass die Begeisterung bleibt und alle Spiele von Lego, die noch kommen werden, ebenfalls mit dieser Liebe und Hingabe produziert werden wie auch die, die ich bisher kenne. Für mich sprühen die Spiele vor Charme und ich kann nicht genug davon bekommen. Tatsächlich habe ich mir auch letztens Lego Herr der Ringe geholt, was ich dann nach Der Hobbit spielen werde.
Generell muss ich aber auch sagen, dass ich die Spiele im Multiplayer schöner finde, weil manchmal, wie bei Lego Indiana Jones, kleine Gadgets eingefügt werden. Wenn man da mit der Peitsche eine Frau trifft, kann es manchmal sein, dass er sie an sich ran zieht und knutscht. Diese Kleinigkeiten machen es für mich umso sympathischer,
Ich hoffe, ich bin mit meiner Begeisterung für Lego Spiele nicht alleine. Habt ihr sowas vielleicht auch schon mal gespielt? Und wenn ja, wie fandet ihr es?

Freitag, 20. Januar 2017

Buchrezension "Happy Valentine"

Das hier wird ein bisschen länger, weil drei Geschichten in einem eBook zusammen veröffentlicht wurden und ich zu jeder schließlich meine Meinung geben möchte.

Genre: Roman
Autoren: Julia K. Stein, Elke Mascha Blankenburg, Tamara Wernli
Verlag: Gmeiner
Format: eBook
(Bildquelle: Gmeiner-Verlag)
Pos.: 13974
Kosten: 11,99€

 1. Teil: Julia K. Stein "Liebe kann man nicht googeln"
Inhalt:
Lea hat sich von ihrem Freund getrennt, muss jetzt irgendwie alleine klar kommen, während ihre Freundinnen entweder einen nach dem anderen abschleppen oder gerade eine Hochzeit planen. Ihre Eltern durchleben auch gerade ihre Trennung und mit keinem von beiden kann sie so richtig über ihre Probleme reden. Dass sie in ihrem Job als Redakteurin gar nicht so erfolgreich ist, wie sie hoffen. Dass sie den Job geschmissen hat, weil sich die Zeitschrift, für die sie schreibt, sich ihrer Meinung nach in die falsche Richtung bewegt. Dass sie den ach so perfekten Schwiegersohn sitzen lassen hat, weil er überhaupt nicht so perfekt ist, wie sie glauben.
Lea entscheidet sich dazu, einen eigenen Blog zu eröffnen, auf dem sie alles, was in ihrem Leben zur Zeit passiert, live mitzuschreiben. Sie berichtet vom Junggesellinnenabschied von ihrer Freundin Cora, die auf Sylt feiern möchte. In einem Club lernt sie Jörn mit B kennen, der ursprünglich aus Hamburg kommt, aber jetzt nach München ziehen möchte. Was ein Zufall, dass sie ebenfalls dort wohnt. Sie hat Hoffnung, dass an dem Abend noch was läuft. Bis er damit herausplatzt, dass er eine Freundin hat. Dabei will sie doch jetzt schon niemand anderes mehr. Zurück in München denkt sie an keinen anderen mehr als an Björn. Sie kann nicht mehr arbeiten, ohne dass sie ständig an ihn denkt, sie googelt ihn tausend mal und findet nichts, auch bei Facebook findet sie nicht viele Informationen über ihn. Dabei schreibt sie sich all ihren Frust und Kummer auf ihrem Blog von der Seele. Ohne irgendein Wort zu streichen oder Namen zu verändern, bleibt sie immer ehrlich und überschreitet damit eine gewisse Grenze.
Dabei wird sie erkennen, dass Präsenz im Internet nicht immer nur von Vorteil sein kann.

Meine Meinung:
Um direkt einzusteigen: Sehr durchwachsen. Liebe kann man nicht googeln ist das erste drittel des eBooks „Happy Valentine“, alle Parts sind aber voneinander unabhängig.
Ich mochte von vorneherein die Protagonistin nicht, was mich selbst sehr irritiert. Sie hängt, seit sie den Blog eröffnet hat, immer mehr im Internet herum, glaubt wirklich alles, was sie dort lesen kann, vernachlässigt dadurch ihre Arbeit und steigert sich in Kleinigkeiten hinein, die Björn angehen. Ihr Facebookprofil ändert sie nur für ihn, damit sie für ihn interessant wirkt, achtet total darauf, mit wem er bei Facebook befreundet ist und warum er nicht seine Freundin in der Freundesliste drin hat. Also prinzipiell kann ich sie ein bisschen verstehen, sie möchte wenigstens wissen, mit wem sie zu tun hat. Aber man stalkt dann doch nicht jeden Tag 100x im Internet? Ich weiß selbst, wie man sich in Kleinigkeiten reinsteigern kann, doch selbst ich finde das immer übertrieben. Zumal auch ein Facebook-Profil nicht immer das aussagt, wie Personen wirklich sind, so wie man das eben bei Lea sehen kann.
Sie orientiert sich nur noch an Dinge, die vielleicht angesagt sind, aber irgendwie, finde ich, bleibt ihr eigener Charakter auf der Strecke und sie versucht jemand zu sein, den sie nie verkörpern kann und will. Wobei das echt das falscheste ist, was man machen kann, wenn man jemanden kennenlernen oder einem gefallen will.
Ich finde es auch sehr grenzwertig, wenn man während eines Gesprächs dann tatsächlich bloggt, was gerade passiert. Vor allem, wenn man gerade mit jemandem zusammen ist, den man so toll findet. Die andere Person findet das nämlich offensichtlich nicht so toll, wie Lea das auch bemerken musste. Mehrmals. Nur ist es ihr scheinbar egal und sie beschwert sich noch eher darüber, dass sie von ihren Freunden angemeckert wird, statt sich zu Herzen zu nehmen, was sie denken. Dass das böse ausgehen kann, merkt sie auch.
Ich finde es auch irgendwie komisch, dass sie sich tatsächlich vor ihren Eltern versteckt. Dass sie ihnen einfach nicht die Wahrheit darüber sagt, dass sie nicht mehr mit Karsten zusammen ist und dass sie auch ihren Job geschmissen hat, weil sie unglücklich damit war. Nicht jede Eltern-Kind-Beziehung ist gut und schön, aber man sollte trotzdem als Erwachsene in der Lage sein, seine Entscheidungen mitzuteilen und die Eltern nicht auch noch anzulügen. Selbst Lea musste feststellen, dass es nicht so schlimm war, wie sie dachte.
Weg von der Protagonistin, ich glaube, es ist klar geworden, dass ich sie nicht leiden kann. Wobei ich finde, dass man sehr spät erst erfährt, wie sie heißt.
Was ich sehr irritierend fand, war, dass fast alle Freundinnen von Lea irgendeinen Namen mit C haben. Und selbst die (Ex-)Chefin hatte ebenfalls einen Namen mit C. Bevor ich mich da irgendwie eingelesen hatte, wusste ich gar nicht, um wen es sich gerade handelt. Cora heißt die Freundin, die heiraten wird und mitten in den Vorbereitungen steckt. Cordula heißt die Chefin der Grace, bei der Lea anfangs arbeitet. Nicht zu vergessen Charlotte, die beste Freundin von Lea. Die einzige, die ein bisschen da heraussticht, das wäre dann Janina. Aber gut, irgendwie habe ich es dann nachher doch geschafft, sie auseinander zu halten.
Die Freundinnen an sich sind auch sehr... krass. Eine heiratet, dreht dabei völlig durch, quasi so das Brautmonster schlechthin. Gut, Hochzeiten zu organisieren ist auch echt nicht leicht. Dazu kommt aber dann die andere, die sich durch die Männergeschichte durchschläft und dabei sogar aufgehört hat zu zählen, quasi ein weiblicher Barney Stinson (aus How I met your mother, für alle die, die ihn nicht kennen). Und dann noch die letzte, die meint, ach so schlaue Tipps zu geben, die aber meiner Meinung nach ziemlich daneben sind. Rein von diesen Dingen betrachtet sind sie irgendwie chaotisch, aber ich musste feststellen, dass zumindest zwei von denen echt gute Freundinnen sind, weil sie in der Not da sind. Von Cora erfährt man leider nicht mehr, als dass sie durchdreht. Also kann man aber schon mal über diese „Macken“ oder wie man es nennen mag hinwegsehen, denn ob du auf sie zählen kannst, darauf kommt es an.
Das Ende ist einfach so... unrealistisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so passieren könnte. Ich habe mich sogar ein klein wenig darüber aufgeregt, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass Leas Handlungen im Endeffekt keine dauerhaften Auswirkungen mit sich trägt. Sie hat zwar die Retoure dafür bekommen, aber das soll es gewesen sein? Echt? Ist zwar auch nicht so ohne gewesen und das war das erste mal, dass ich mitgefühlt habe, weil es ihr richtig schlecht ging, aber dann wird wieder alles gut? Ein großer Knall und alles ist vergessen? Finde ich sehr seltsam ehrlich gesagt. Vor allem, weil die ganze Wahrheit herausgekommen ist. Wie viel Mist sie eigentlich gebaut hat. Dass das Thema dann einfach abgehakt wird nach einiger Zeit, naja.
Mein Tipp: Also ich hoffe einfach mal, dass es von der Autorin gewollt war, dass man merkt, wie sehr man heutzutage ins Internet versinkt und das dann zumindest stückweit eingrenzt. Was anderes kann ich mir nicht vorstellen, denn sonst wäre es echt zu nervig. Generell, dadurch, dass ich die Protagonistin nicht so super toll finde, wurde für mich alles ziemlich langatmig und teils auch langweilig. Es ließ sich leider aus genannten Gründen nicht so flüssig lesen. Der erste Teil des eBooks war schon mal ein ziemlicher Reinfall, ehrlich gesagt. 1 von 3 lohnt sich schon mal nicht.



2. Teil: Elke Mascha Blankenburg "Tastenfieber und Liebeslust"
Inhalt:
Eva ist schon 64 (?) und wohnt erst seit kurzem in Berlin. In einer Zeitung gibt sie eine Annonce auf, in der sie sich ein wenig beschreibt und nach einem Stadtführer sucht, damit sie ein bisschen mehr über ihre neue Heimatstadt erfahren kann. Schnell lernt sie Maximilian kennen, mit dem sie sich auch trifft. Nur dass daraus keine Stadtführung entspringt, sondern eine Beziehung, die beide eigentlich nicht geplant hatten. Sie tauschen immer wieder E-Mails aus, schreiben sich Briefe und treffen sich. Aber in ihrem Alter ist es nicht ganz so einfach, wieder eine neue Beziehung anzufangen.

Meine Meinung:
Mich nervt auch dieser Teil ziemlich. Eva ist gebildet, eine ausgezeichnete Pianistin und bewegt sich auch in entsprechenden Kreisen. Und artikuliert sich dementsprechend. Was mich tierisch nervt. Ich kann mich darum nicht so ganz einfühlen in das, was da alles passieren soll. Man liest zudem nur den Schriftverkehr im Internet, die ganzen E-Mails, die Eva und Max austauschen, aber zwischendurch auch ein oder zwei, die Eva an ihre Freundin Regina schickt und auch welche von ihr erhält. Aber man erfährt einfach nichts von den Treffen, was da alles passiert, wie es genau verläuft, wenn beide irgendwohin fahren, egal ob alleine oder zusammen. Man erfährt nur das, was sie miteinander austauschen, wenn sie miteinander diskutieren usw. Eva ist meiner Meinung nach auch ziemlich anstrengend. Sie versteht zunächst einfach keinen Humor, nimmt generell alles viel zu ernst und lacht zu wenig. Max ist eher das Gegenteil, nimmt alles mit Humor, macht seine Späße über jedes Thema und das führt oft zu Konflikten, die sie schriftlich ausführen. Dadurch, dass sie auch so viel schreiben, bekommen beide viel zu viel in den falschen Hals und manchmal habe ich mich gefragt, warum sie sich nicht dafür treffen, um zu reden, was viel einfacher wäre und einiges besser machen würde als das stumpfe Schreiben. Besonders irritierend war, dass sie sich schreiben, während sie gemeinsam in einem Haus sind. Natürlich würde man sonst nichts mehr von den beiden mitbekommen, aber es ist doch genauso schwachsinnig. Statt einfach die Treppe runter zu gehen und miteinander zu sprechen. Es gibt nur eine einzige Situation, in der man bei einem Treffen als Dritter dabei sein kann. In der Passage kann man sich dann ausnahmsweise ein Bild davon machen, was da gerade passiert.
Eva gefällt mir im Allgemeinen irgendwie nicht so. Für mich ist sie sehr diskussionsbedürftig, sie versteht kaum Witze und das macht einiges ziemlich schwierig, für sie und auch für Max. Außerdem finde ich sie sehr prüde, sie will zunächst auch nicht, dass irgendwelche „Verbalerotik“, wie sie das nennt, in die E-Mails einfließt. Ich gebe ihr auch recht, manche Dinge, die ihr entgegen kamen, waren geschmacklos. Manches aber auch eher harmlos. Das führt natürlich ebenfalls wieder zur Diskussion. Und Zweifeln.
Max ist zwar auch gebildet und drückt sich so auch aus, aber ich muss Eva, wie gesagt, auch recht geben, er kann ebenfalls sehr geschmacklos sein. Es geht oft in seinen Mails darum, dass er so eine Lust auf sie hätte, wie es sich in seiner Hose regt etc. Das nervt mich genauso. Ist ja schön, dass seine Liebe und Lust wieder entflammt sind, aber ständig davon zu erzählen, ist auch nicht so die Lösung. Manchmal glaube ich auch, dass sein Frauenbild sehr konservativ ist. Einfach, weil er bestimmt und sie zu gehorchen hat. Er will sie in engen Kleidern sehen, die absolut nicht ihr Stil sind, was sie ihm auch öfter gesagt hat, will unbedingt Ausschnitt, will mit ihrem Aussehen angeben etc. Kann man alles machen, aber wenn die Frau das nicht möchte, ist das so. Teilweise glaube ich, dass er das nicht akzeptieren will. Er sagt zwar immer, er wäre ihr Diener und Knecht, aber eher im Gegenteil. Er will ihr vorschreiben, was sie tun sollte. Dagegen weigert sie sich auch erst, aber irgendwann glaube ich, dass sie das einfach aufgibt oder zumindest anfängt, das zu akzeptieren. Was für mich echt furchtbar ist, dass er öfter „ficken“ schreibt, was nicht gerade angemessen ist, sowohl im Kontext, als auch allgemein. Ich finde, da hätte überall auch das normale Wort Sex gepasst und wäre nicht so eklig.
Mein Tipp:
Das einzig gute ist, dass man sehen kann, dass man auch später noch Liebe finden und die auch sehr aktiv sein kann. Außerdem entwickelt man sich gemeinsam mit dem Partner, Eva wird zum Beispiel lockerer. Aber alles andere nervt mich tierisch. Man bekommt nur was vom Schriftverkehr mit, aber es gibt keine gescheite Handlung, in die man einsteigen könnte. Keine Umgebung, in die man sich teleportieren, keine Charaktere, mit denen man sich identifizieren, kein Leben, in das man einsteigen könnte. Das macht alles sehr stumpf und langweilig, außerdem durch die bestimmte Wortwahl mühsam und noch langweiliger. Nach jeder Seite zu hoffen, dass man endlich am Ende ankommt, ist nicht gerade Sinn der Sache. Ich kann es nicht empfehlen. Es soll zudem einen zweiten Teil dazu geben. Wenn der genauso ist wie der erste, werde ich den bestimmt nicht lesen.



3. Teil: Tamara Wernli "Blind Date mit Folgen"
Inhalt:
Maira lebt in Zürich und arbeitet erfolgreich als Kolumnistin. Seit Jahren trauert sie ihrem ehemals Verlobten Yaron nach, der bei einer Explosion im Krieg in Israel ums Leben gekommen war. Die ganzen Erinnerungen mit ihm hatte sie noch bei sich behalten, sie kann selbst heute nicht loslassen. Eve, ihre beste Freundin, rät ihr, sich endlich wieder unter Menschen zu begeben, schließlich hatte Maira außer sie und Sven niemand anderes. So beschließt sich Maira, sich in einem Chatportal einzuloggen und dort ganz unverfänglich nach jemandem zu suchen, mit dem sie sich unterhalten könnte. FEUER33 heißt also der „Auserwählte“, mit dem sie zu chatten beginnt. Die beiden sind ehrlich zueinander, sie erfährt, dass er verheiratet ist. Doch trotz allem fasziniert der Kerl sie irgendwie und sie verabreden sich tatsächlich in einem Hotel. Mit Eve hatte sie abgesprochen, dass sie sich zwischendurch immer wieder meldet, damit sie weiß, dass alles in Ordnung ist und sie sich keine Sorgen machen muss, man weiß ja nie, wenn man jemanden nur aus dem Internet kennt. Sie weiß seinen Namen nicht, kennt nicht sein Aussehen und hat absolut keine Ahnung, was durch das Date alles ans Tageslicht kommt. Und dass man anscheinend auch den Menschen nicht trauen kann, bei denen man dachte, dass man sie eigentlich kennt.
Alex verzieht sich gerne in sein Arbeitszimmer. Sein Rückzugsort ist sein Computer, an dem er immer sitzt, wenn er der Arbeit und der Familie entgehen will. Damit er sich ablenken kann, chattet er gerne mit anderen Menschen, ohne irgendwie etwas zu erwarten. Bis er dann eines Tages auf SECRETS trifft, die ihn doch mehr zu reizen scheint, als er sich eigentlich eingestehen will. Er war seiner Frau Deborah bisher immer treu, will es auch bleiben, schließlich haben sie einen gemeinsamen Sohn und zusätzlich einen Ruf zu verlieren, denn er besitzt eine eigene Firma und Deborah ist auch sehr erfolgreich in ihrem Beruf. Trotzdem reizt ihn der Gedanke, dass er sich mit einer Internetbekanntschaft treffen könnte. Dass er nicht nur seine Familie riskiert, weiß er. Dass aber hinter dem Treffen mehr steckt, weiß er nicht.

Meine Meinung:
Anfangs war es sehr mühselig, einzusteigen und überhaupt die Motivation zum lesen zu finden, weil erst einmal nichts spannendes passiert und vor allem, weil die vorherigen Teile mich nicht sonderlich überzeugt haben und ich keine Erwartungen mehr hatte. Zumal man die Situationen bis zu einem gewissen Punkt sogar vorhersehen konnte, was es noch unspannender machte. Ab dem Blind Date verändert sich aber wirklich alles und nichts kann man noch ahnen, was passieren könnte, weil man einfach nicht damit rechnen kann. Ab da wird es dann wirklich spannend, weil ich nicht mal in irgendeiner Weise daran gedacht hatte. Meine Vermutungen, wie es bis zum Schluss weiter geht, wurden mit jeder neuen Seite zerschlagen. Was sich anfangs wie Kaugummi gezogen hatte, sog ich nachher mit Neugierde in mich hinein, das Lesen wurde immer flüssiger. Bis das Ende kam, was ich überhaupt nicht gedacht hätte und was mir einen kleinen bitteren Beigeschmack bereitet hatte, weil ich es mir anders erhofft und gewünscht hatte. Wobei ich die Entscheidungen, die getroffen werden, auch andersherum gut verstehen kann. Nun aber zu den Charakteren, die ich generell viel besser finde als in den anderen Teilen:
Maira ist sehr alleine und verzweifelt, ich meine, wenn die erste große Liebe plötzlich im Krieg stirbt, ist man natürlich total zerstört, man kann sich nicht gescheit verabschieden, selbst bei einer Beerdigung nicht. Sie ist aber so oder so lieber für sich oder bei ihren besten Freunden, meine Einschätzung ist, dass sie platonische oder oberflächliche Beziehungen zu Menschen weniger mag als die engen Beziehungen, in denen man wirklich alles offenbaren kann (damit kann ich mich gut identifizieren). Sie folgt aber trotzdem immer ihrem Herzen, was sie für richtig hält und was nicht.
Eve ist manchmal ein bisschen anstrengend, verglichen aber mit den anderen beiden Teilen aus dem Buch ist das ein typischer Charakter: sie nimmt sich viele Verehrer zum Freund oder nicht mal das, takelt sich gerne auf und ist eher mit Beziehungen nicht so zufrieden, bis „der Eine“ kommt, mit dem es anscheinend derzeit gut läuft. Als beste Freundin macht sie ihren Job aber gut, sie ist eher der skeptische Typ, sie möchte ihrer Freundin durch Ehrlichkeit ins Grübeln bringen. Ob Mairas Entscheidungen richtig oder die Menschen, mit denen sie Kontakt aufnimmt (Feuer33), auch gut genug für Maira sind. Zwar tut sie ihr mit der Ehrlichkeit auch oft genug weh, aber Maira denkt wenigstens mehrmals über ihre Aktionen nach, bevor sie handelt.
Sven kann ich gar nicht leiden. Man merkt anfangs gar nicht, was für ein Mensch er wirklich ist, er kümmert sich um Maira wie ein Bruder. Man merkt aber ganz shnell, dass er in sie verliebt ist, wobei ich nicht verstanden habe, warum Maira das nicht mitbekommen hat, so offensichtlich war das eigentlich schon. Dann jedoch erfährt man auch seine Geschichte. Er ist besessen von Maira, seit Jahren, er lässt ihr zwar süße Aufmerksamkeiten zukommen und tut so, als ob er der nette Zuhörer wäre, dabei verraten seine Gedanken den wahren Hintergrund und was er eigentlich lieber tun würde, statt sich wie ein Bruder zu verhalten. Er muss sich sogar selbst verletzen, damit er die Beherrschung nicht verliert, was meiner Meinung nach einiges über ihn verrät. Dann schmiedet er perfide Pläne, damit er Maira für sich gewinnen kann, die einfach total krank sind. Hilfe, er hat mich so aufgeregt, ich wäre am liebsten in die Geschichte gesprungen und wäre ihm an die Gurgel gegangen.
Alex fand ich anfangs auch sehr komisch, weil er sich selbst irgendwie einredete, dass er niemals fremd gehen würde, aber sich trotzdem mit dieser Frau trifft. Er belügt seine Frau, was er eigentlich nie machen wollte und bisher auch noch nie gemacht hatte – was sie natürlich merkt – und fährt nach München, um sich mit einer anderen zu treffen. Auch wenn er sehr asozial klingt, ist er aber prinzipiell der interessanteste Charakter im Roman.
Deborah ist mit Alex verheiratet und selbst sehr erfolgreich; ihre Eltern sind reich, aber gerade deswegen musste sie sich Respekt und Anerkennung erarbeiten, damit sie nicht immer nur als reiches, dummes Püppchen angesehen wird. Sie lässt ihrem Mann die Privatsphäre und versteht auch, dass er an seinem Computer sitzt, damit er dem Stress entfliehen kann. Dennoch ist sie nicht so dumm, dass sie nicht mitbekommt, dass in ihrer Ehe etwas schief läuft. Und gut ist definitiv, wie sie sich um ihren Sohn kümmert und dass sie ebenfalls ihrem Herzen folgt, was sie tun soll und was nicht,
Mein Tipp: Anfangs war es schon ziemlich "klischeehaft", wenn man das so sagen kann. Es war mühselig, durch zu kommen, aber es hat nachher wirklich gut funktioniert. Der dritte Teil hob sich wirklich stark von den anderen beiden ab. Das Ende war, wie erwähnt, unvorhergesehen und ich habe es mir anders gewünscht, aber ich kann es irgendwie trotzdem verstehen.


Gesamtes Fazit: Auch wenn der dritte Teil gut war und mich berührt hat, würde ich es nicht weiterempfehlen, weil meiner Meinung nach der Preis nicht lohnt für die "Länge" des dritten Teils, der sich im Endeffekt relativ schnell lesen lässt.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Filmrezension "Assassin's Creed"

FSK: 16
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 2016
Länge: 116 Minuten
Kosten: noch nicht erschienen


Ich habe mir den Film vor zwei Wochen angesehen und muss ihn in zwei verschiedenen Weisen sehen und rezensieren. Zum einen sehe ich den Film an sich, zum anderen werde ich ihn mit den Spielen vergleichen. Nehmt es mir nicht übel, es ist aber meiner Meinung nach angebracht, weil man automatisch vergleicht, wenn ein Film zum Spiel erscheint, genauso wie wenn ein Buch verfilmt wird. Die Erwartungen spielen dabei eine große Rolle, finde ich. Ich versuche das immer ein bisschen zu kennzeichnen, wenn ich vergleiche, damit man das auch überspringen kann, wenn man will. Hinweis: Die Bezüge zu den Spielen basieren auf den Teilen I-IV und Revelations, die ich auf der Playstation gespielt habe.

An sich war der Film wirklich gut und ich erwarte auch eine Fortsetzung, die ich mir gerne ansehen werde. Callum Lynch, der Assassine, den wir begleiten dürfen, musste schon früh damit umgehen, wie es ist, ständig auf der Flucht vor den Templern zu sein. Bis eines Tages sein Vater seine Mutter ermordete und Callum alleine fliehen musste. Von da an führte er ein kriminelles Leben, was mit der Todesstrafe endete. Als er jedoch nach der Injektion wieder aufwachte, war er an einem Ort, den er noch nie gesehen hatte. Abstergo Industries hatte ihn bei sich aufgenommen und in den Animus gesteckt, genau wie viele andere, die ebenfalls dort leben. Was aber dahinter steckt, dass er das Leben einer seiner Vorfahren in Spanien nacherleben sollte, merkt er früh genug. Trotz aller Warnungen der anderen Assassinen macht er aber weiter und hat keine Ahnung, was er damit auslöst.
Abstergo Industries wurde sehr pompös gestaltet. Ein großes Areal, viel Platz, aber natürlich eine karge Einrichtung für die Assassinen, sie sind ja nur Mittel zum Zweck. Kennt man ja auch aus dem Spiel. Nur, dass die Anstalt generell anders gestaltet wurde. Aber das ist okay Das Leben der Vorfahren von Desmond spielte sich teilweise in Spanien ab, aber soweit ich mich erinnere, lebten sie nicht direkt da. Das Essentielle an Abstergo ist schließlich der Animus, sehr faszinierend. Es gibt eine Spritze in den Nacken und eine Art Gürtel umgeschnallt, der an einem riesigen Arm befestigt ist. Dieser sorgt dafür, dass man sich frei bewegen kann: Wenn Callum klettert, hebt die Maschine ihn nach oben, dass er wirklich dieses Gefühl der Höhe hat und alles richtig nacherleben kann. Wenn er auf den Boden fällt, wird eben auch das simuliert, Man sieht mit ihm das damalige Leben, manchmal wird aber auch in die Gegenwart gesprungen, dass man erkennt, wie Callum sich im Raum bewegt und die Schatten der Vergangenheit um ihn herum agieren. Man sieht also in der Gegenwart nur die Dinge, die in seiner unmittelbaren Umgebung sind und nicht das, was weiter weg von ihm steht, liegt etc.
Verglichen mit dem Spiel ist das natürlich total anders. Der Animus ist eine Art Liege, in der man sich nicht bewegt. Man schläft quasi die ganze Zeit, nur dass man sich nicht erholt, sondern nach Sitzungen total erschöpft ist, vor allem je nach Dauer. Was Desmond, der Hauptcharakter, dann sieht, wird auf Monitore projiziert, damit andere alles mitverfolgen können. Er floh mit einer getarnten Assassinin, die dort arbeitete, von Abstergo und sie machten mit zwei Freunden weiter, mit einer verbesserten Version des Animus'. Damit der Edenapfel, ein mächtiges Artefakt, das den Willen der Menschheit manipuliert, nicht in die Hände der Templer fällt. Die Mission ist von Anfang an klar: in die Rolle des Vorfahren schlüpfen, um herauszufinden, wo der Apfel versteckt ist.
Callum ist sehr hin- und hergerissen. Er weiß erst nicht, warum er überhaupt das ganze Prozedere mitmachen muss, aber da ihm versprochen wurde, dass er ein neues Leben unter anderem Namen anfangen kann, wenn er das tut, was sie wollen, Er könnte einfach wieder von vorne anfangen. Mit und mit erfährt er aber die Gründe von Abstergo, nur dass es ihn einfach nicht interessiert. Selbst nach Gesprächen mit den anderen Assassinen. *Achtung! Spoiler* Nachdem er seinen Vater getroffen hat, der auch in dieser Anstalt festsitzt, sich aber weigert, den Templern zu helfen, rebelliert Callum gegen seinen Vater, der ihm den wahren Grund genannt hat, warum er seine Mutter tötete. Somit half er Abstergo zunächst und merkte zu spät, was er eigentlich angestellt hatte und dass er niemals in Freiheit leben wird.
Diese Unentschlossenheit bzw. diese Gleichgültigkeit hat mich ziemlich genervt. Er wusste, dass es nichts gutes heißt, wenn jemand die Macht des Edensplitters, in diesem Fall den Apfel, besitzt. Und trotzdem macht er weiter.
Desmond war von Anfang an anders. Er hat sich nicht lange damit aufgehalten, auf welcher Seite er stehen soll, sondern wusste direkt, dass niemand den Edenapfel besitzen sollte. Er führte genauso ein schlechtes Leben, aber fackelte nicht lange, sich für das richtige zu entscheiden. Diese Entschlossenheit gefällt mir definitiv besser.
Der Verlauf der Story war zum Schluss hin teils vorhersehbar. Und meiner Meinung nach irgendwie nicht ganz so clever, wie man es vielleicht hätte umsetzen können. Trotzdem ändert das nichts an meiner Meinung, dass der Film an sich, ohne zu vergleichen, wirklich gelungen ist. Es hat Spaß gemacht und war faszinierend zu sehen, wie man eine Technologie benutzt, die einen in das Leben eines Vorfahren katapultiert und einen das auch wirklich nachfühlen lässt, indem man tatsächlich durch den Raum fliegt. Auch diese Schatten der Vergangenheit, die man dann in der Gegenwart in Callums Umgebung sehen kann und wie er wirklich in der ganzen Sache drin ist, war genauso super anzusehen. Callum an sich fand ich teils aber anstrengend, teils war er ganz interessant vom Charakter her. Der Zusammenhalt zwischen den Assassinen hat mir auch super gefallen. So, wie es eben sein sollte.
Es war Spannung drin, Action und Emotion. Gut miteinander kombiniert. Ich würde gerne auch in den Animus steigen. Den Sickereffekt erleben. Nur nicht unbedingt die Schatten meiner Vorfahren auch sehen, wenn ich gar nicht mit dem Animus verbunden bin. :D
Also meiner Meinung nach ist er sehenswert und auch das Geld für die DVD kann man ausgeben. Natürlich ist es schöner, die Spiele vorher nicht gespielt zu haben, damit man nicht automatisch vergleicht, aber für mich macht das keinen Unterschied, was ich im Endeffekt von dem Film halte. So differenziert sollte man meiner Meinung nach immer vorgehen, auch bei Buchverfilmungen. ;)